Fachtagung Medienpädagogik

Fachtag Medienpädagogik

Emanzipation, Bildung und Digitalkultur

Räume gestalten – Realitäten begegnen – Risiken minimieren

Datum: 16.06.2026, 9:00 Uhr – 16:00 Uhr
Ort: Neues Rathaus Leipzig, Martin-Luther-Ring 4–6, 04109 Leipzig
Veranstalter: Arbeitskreis Medienpädagogik der Stadt Leipzig

Beim diesjährigen Fachtag Medienpädagogik beschäftigen wir uns mit digitalen Herausforderungen und Überforderungen, die für viele pädagogische Fachkräfte zunehmend im Fokus ihrer Tätigkeit und Verantwortung stehen: KI, Deepfakes, Fake News, Neue Rechte, Manosphere, Incels, TradWives, Big Tech sowie manipulative Algorithmen stehen exemplarisch für die drängenden Themen – eine Liste, die in den letzten Jahren stetig gewachsen ist.

Den Ausgangspunkt bilden zwei Impulsvorträge, gefolgt von einem intensiven Austausch in thematischen Workshops. In diesen werden wir den Phänomenen der Digitalität – abseits von Verboten – praktisch begegnen, alternative (digitale) Räume diskutieren und Möglichkeiten entwickeln, emanzipatorisch auf die Kultur einzuwirken sowie Lernende dazu zu befähigen, sich kritisch im digitalen Raum zu bewegen.

Sie sind herzlich eingeladen, im Rahmen des Fachtags mit Akteur:innen und Teilnehmer:innen ins Gespräch zu kommen.

Den geplanten Ablauf sowie die Vortrags- und Workshopthemen entnehmen Sie bitte dem folgenden Programm.

Anmeldung

Die Anmeldung zum Fachtag ist bis einschließlich 08.06. möglich und erfolgt über die Auswahl eines Workshops im unteren Seitenbereich. Die Buchung eines Workshops gilt gleichzeitig als Anmeldung für den gesamten Fachtag; eine separate Anmeldung für das Vormittagsprogramm ist nicht erforderlich.

Die Teilnahmegebühr beträgt 35 € und ist innerhalb von 14 Tagen nach Anmeldung zu entrichten, andernfalls verfällt der Platz.

Stornierungen mit Rückerstattung sind bis einschließlich 09.06. möglich; danach erfolgt keine Rückzahlung.

Für Lehrer:innen wird die Veranstaltung als Fortbildung anerkannt.

Ein Anspruch auf Kostenerstattung durch das Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) besteht nicht.

Wir arbeiten nach dem Prinzip der Datensparsamkeit und verwenden personenbezogene Daten, wie z. B. E-Mail-Adressen, ausschließlich im Zusammenhang mit dem Fachtag. Wenn Sie im Anschluss keine weiteren Informationen erhalten möchten, können Sie uns dies jederzeit mitteilen.

Bei Rückfragen: projektbuero@visionale-leipzig.de

Workshops

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Programm*

Moderation: Julia Dombrowski

09:00 Uhr
Begrüßung durch die Bürgermeisterin und Beigeordnete für Jugend, Schule und Demokratie, Frau Vicki Felthaus

09:15 Uhr
Impulsvorträge im Festsaal

  1. Netzöffentlichkeit und Social Media – Dr. Carolin-Theresa Ziemer
  2. Warum wir im Hype um KI lieber von „entfremdeter Intelligenz“ sprechen sollten – Max Franz Johann Schnetker

Im Anschluss an die Vorträge besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mit den Referent:innen zu diskutieren.

Begleitend findet in der Wandelhalle des Neuen Rathauses ein offenes Forum statt. Dort können die Teilnehmer:innen weitere pädagogische Initiativen und Akteur:innen kennenlernen und sich vernetzen.

12:00 Uhr
Mittagspause in der Wandelhalle (Imbiss, Kaffee)

13:00 Uhr
Workshops (inkl. Kaffeepause)

  1. AI Reality Lab: Fake, Fakt, Fiktion – Deepfakes verstehen und entzaubern
  2. WeltMusikRadio – Ein Projekt medienpädagogischer und kultureller Bildung
  3. Digitalisierung und Kapitalismus – Perspektiven emanzipatorischer Bildung
  4. Wer erzieht hier eigentlich wen? – Mit spielerischen Methoden Kinder bestärken
  5. Medienerziehung inmitten von Verbotsdebatten: Mit kritisch-optimistischer Haltung professionell handeln
  6. Das Social-Media-Verbot und seine Alternativen

15:30 Uhr
Feedback der Teilnehmer:innen und Veranstaltungsende

*das Programm kann sich in Einzelpunkten noch ändern

Beschreibung der Impulsvorträge

Dr. Carolin-Theresa Ziemer

Psychologie der Misinformation – Warum wir anfällig sind und wie wir uns schützen können

Ob in den Nachrichten, auf Social Media oder im Alltag – Misinformation ist allgegenwärtig. Dabei stellt sich oft die Frage, wie gefährlich sie tatsächlich ist und warum Menschen ihr Glauben schenken. Der Vortrag beleuchtet, was das menschliche Gehirn anfällig für Misinformation macht und welche wissenschaftlich fundierten Gegenstrategien es gibt, um Individuen besser zu schützen und gesellschaftliche Resilienz zu stärken.

Dr. Carolin-Theresa Ziemer ist Psychologin und Postdoc am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin.


Max Franz Johann Schnetker

Ideologie und Materialität des digitalen Kapitalismus – Glow-up fürs Kapital

Der aktuelle KI-Hype sollte als „entfremdete Intelligenz“ kritisch hinterfragt werden: Die scheinbar revolutionären Fähigkeiten heutiger KI-Systeme basieren auf der massenhaften Verfügbarkeit von Rechenleistung und Daten – Daten, die kein neutraler Rohstoff sind, sondern das Ergebnis der geistigen Arbeit von Milliarden Menschen. Diese kollektiven Gebrauchswerte bilden die Grundlage für die scheinbare „Magie“ der KI.

Während vor 15 Jahren noch die Automatisierung manueller Arbeit im Zuge von Industrie 4.0 befürchtet wurde, bedrohen Sprachmodelle heute vor allem „White-Collar-Jobs“ (z. B. Programmierung, Verwaltung, Design). Gleichzeitig zeichnet sich ein möglicher KI-Crash ab, bei dem überzogene Erwartungen an Large Language Models (LLM) vorherrschen und Börsenkurse einbrechen könnten.

Doch wie das Internet die Dotcom-Krise überstanden hat, werden auch LLMs nicht verschwinden – sie sind nützlich, aber nicht allmächtig. Die Technologie, die auf kollektiver menschlicher Subjektivität basiert, bleibt jedoch im Privateigentum weniger Konzerne und dient deren Gewinninteressen. Der Referent plädiert daher für Strategien gesellschaftlicher Aneignung, um diese Technologien dem Wohl der Allgemeinheit zugänglich zu machen.